fireolaig

(Deutsch) Kleines technisches Chaos

December 21st, 2008

Stockholm kurzgefasst

December 15th, 2008

Versprochen ist versprochen, deswegen hier noch schnell bevor ich nach Lappland losfahre, ein paar Worte zu Stockholm.

Im Wesentlichen könnte ich mich eigentlich Micha anschließen, denn Stockholm ist wirklich wunderschön. Gerade die Altstadt – allzu viel mehr haben wir leider auch nicht gesehen in der recht begrenzten Zeit – läd wirklich zum endlosen durch die Gassen schlendern ein.

Etwas schwierig war es für uns nach unserer Ankunft halb sieben morgens ein brauchbares Frühstück aufzutreiben, da alle Cafés erst gegen elf aufmachen wollten. Eine Ausnahme hatten wir gefunden, die bereits um neun öffnen sollte, aber da das auch noch eine halbe Stunde hin war, als wir davor standen zogen wir weiter hungrig durch die Straßen von Stockholm, bis wir dann endlich ein wirklich gutes Frühstück in einem kleineren Café fanden und das auch noch zu einem durchaus verträglichen Preis für skandinavische Verhältnisse. Nach den Haferflocken waren wir dann schon so satt, dass wir uns das dazugehörige Baguette fürs Mittagessen aufheben konnten.

Die Fähre glich an beiden Morgenden jeweils eher einem Schlachtfeld, aber das war mir nach den bisherigen Erzählungen ja fast klar. Viele Passagiere nutzen die Schiffe lediglich um vergleichsweise günstig an Alkoholika zu kommen und fahren noch direkt mit dem selben Schiff wieder zurück ohne die jeweilige Stadt überhaupt gesehen zu haben. Erstaunlich ruhig war es dann doch auf den Gängen, wo wir unsere Kabine hatte, vielleicht weil wir nur die zweitbilligste Kategorie bekommen hatten (mit dem Vorteil eines eigenen Bads), jedenfalls waren wir nicht unter dem Autodeck und damit noch unter der Wasseroberfläche untergebracht sondern mit Deck 6 bzw. 9 relativ weit oben. Trotzdessen und auch trotz eigentlich relativ bequemer Betten konnte ich in beiden Nächten an Bord nicht wirklich schlafen und war dementsprechend sowohl in Stockholm als auch am nächsten Tag in der Uni ziemlich müde. In der Uni war ich dann trotzdem fast der Einzige, der sich in der Diskussion zum Thema Zukunftsforschung eingebracht hat…

Einige Impressionen aus Stockholm gibt es hier

So, und jetzt auf nach Tampere und dann von dort zum Polarkreis, ins Weihnachtsmanndorf und weiter nach Inari und hoffentlich auch zu während eines Tagesausflugs ans Arktische Meer. Ich freu mich schon auf die Sauna und das anschließende Eislochbaden bzw. Schneewälzen ;)

Posted in Finland | No Comments »

[lang_de]Seelenverkäufer[/lang_de]

December 8th, 2008

[lang_de]Nein, ich möchte mich an dieser Stelle nicht über den haarsträubenden Fahrstil der Helsinkier Busfahrer auslassen, auch wenn ich dazu allen Grund hätte. Ich hab mich noch nie so unsicher im öffentlichen Personennahverkehr gefühlt… Dagegen sind selbst polnische Überlandbusse teilweise echt beruhigend.

Vielmehr habe ich heute doch tatsächlich einen weiteren Beweis dafür erbracht, dass die Abreise unaufhaltsam näher rückt, auch wenn ich das immer noch nicht so recht glauben mag: Nach einer vergleichsweise kurzen, aber innigen Beziehung hieß es heute Abschied nehmen von Paula… Schade eigentlich, hatte ich die Gute doch wirklich lieb gewonnen, aber dank ihrem Verkauf sollte ich jetzt wieder ausreichend Geld haben, um hier die letzten zwei Wochen einigermaßen über die Runden zu kommen und vielleicht auch noch das ein oder andere kleine Weihnachtsgeschenk zu kaufen (Macht euch bloß keine Hoffnungen, so teuer war sie dann doch nicht ;) ).

Apropos Weihnachtsgeschenke: Neben dem Gitarrenverkauf stand heute auch fleißiges Plätzchenbacken zusammen mit Jitka an. Da wir ja am Donnerstag Produforums Weihnachtsfeier mit einer Unmenge an Programmpunkten begehen, mussten wir heute schon mal mit den Vorbereitungen anfangen. Morgen werden dann die Weihnachtslieder einstudiert, am Dienstag heißt es Proben für unsere Weihnachtsüberraschung und Mittwoch werde ich damit verbringen für ca. 50 Leute Kartoffelsalat zu machen, was ein Spaß.

All dies lies mir leider keine Zeit die wage zugesagten Stockholmbilder samt Bericht zusammenzustellen, aber ich hole das alsbald nach. Noch vor Lappland, versprochen![/lang_de]

(Deutsch) Jesus wäre Leadgitarrist

November 20th, 2008

[lang_de]Mehr konnte ich aufgrund meiner relativ bescheidenen Finnischkenntnisse leider nicht verstehen und wahrscheinlich hat auch das gerade eben auf der Heavy-Metal-Messe in der Tempelkirche, zu der ich dank Jitka und Michaela gerade war, niemand behauptet, aber es klang zumindest so…
Dass Finnland das mehr oder weniger heimliche Heimatland jeglicher Spielarten des Metals ist, sollte uns allen ja spätestens seit Lordis Grand-Prix-Sieg bekannt sein, aber dass sie hier sogar Metal-Gottesdienste abhalten hätte ich nun doch nicht erwartet. Scheinbar war Jesus doch kein Hippie sondern hatte seine langen Zotteln vielmehr zum gepflegten headbangen ;)
Ich weiß nun nicht, wie gut gefüllt die Tempelkirche sonst so ist, aber heute war sie auf alle Fälle voll und zudem war das Publikum relativ jung. Es waren aber auch nicht nur depressiv dreinblickende, durchweg schwarz gekleidete Jugendliche anwesend, wie man vielleicht vermuten könnte, sondern eher “ganz normale” Leute gemischter Altersklassen. Mitgesungen haben dann auch alle voller Begeisterung, außer wir…

Spätestens jetzt ist mir auch klar, warum diese Felsen- bzw. Tempelkirche so gerne für Konzerte genutzt wird: Die Akustik war einfach genial! Leider kann ich keine Photos von dem Ereignis bieten, da ich die Kamera nicht mithatte und die CD mit den Songs war mir für 20€ dann doch etwas zu teuer, fünf hätte ich ja vielleicht noch investiert. Interessant wars auf alle Fälle, aber konvertieren werd ich definitiv nicht so schnell ;)

Ansonsten wäre noch erwähnenswert, dass wir nun auch hier in Helsinki den ersten Schnee hatten, auch wenn davon natürlich noch nichts liegen geblieben ist, aber immerhin: Ein Anfang ist gemacht, der Winter kann nun also auch hier wirklich kommen.[/lang_de]

(Deutsch) Ein tatsächlich sonniger Sonntag

September 2nd, 2008

[lang_de]Nach fast ausschließlich regnerischen Tagen seit meiner Ankunft in Helsinki, machte der Sonntag seinem Namen dankenswerter Weise alle Ehre und wartete mit recht einladendem Wetter zur weiteren Stadterkundung auf. Nachdem ich den Design-District rund um meine Uni und das Gebiet um den Hafen zuvor ja schon ein wenig erkundet hatte, ging es diesmal in die Region nördlich des Hauptbahnhofes Richtung Finlandiahalle, Olympiapark und Tölö. Auf meinem ungeplanten Weg querfeldein begegnete ich dann in der Nähe des Straßenbahndepots einem Typen, der ein bisschen aussah wie ein 20 Jahre jüngerer Kirk Hammet. Nachdem wir zunächst aneinander vorbeiliefen, blieben wir aber komischerweise beide stehen und drehten uns um… Er sprach mich daraufhin an ob ich Photograph sei (was so eine Nikon D80 gleich aus einem macht… ;) ), stellte sich als Mika vor und empfahl mir, mir eine kleine “Galerie” anzusehen, die zwar eher die Anmutung einer etwas chaotischen Studentenbude hatte, aber ich hatte ja viel Zeit und nicht wirklich was geplant…
Die Tür stand zwar offen und Gäste waren gerne Willkommen, die Künstlerin selbst (“IBI LOVE”) lag aber schlafend auf der Couch und erholte sich von der “Vernisage” des Vorabends, was Mika aber nicht davon abhielt sie aufzuwecken. Gemeinsam mit den beiden ging es dann weiter in den nächsten kleinen Künstlerladen direkt um die Ecke, wo auch gerade fleißig gearbeitet wurde (den Namen des Künstlers habe ich aber leider wieder vergessen). Dort fand sich dann auch noch ein gemeinsamer Freund der beiden und zu viert zogen wir dann weiter auf eine kleine “Insel” auf der sich eine Art alternativer Jugendtreff befindet. Dieser steht zwar bei der alternativen Jugend wohl recht hoch im Kurs und war vor längerer Zeit mal ein Theater, ist aber nicht mehr ganz so top in Schuss und deswegen permanent von der Stilllegung durch die örtlichen Behörden bedroht. Eigentlich sollte dies auch gestern mal wieder geschehen, aber man hat wohl Aufschub bekommen, so lange kein “offener Betrieb” mehr geschieht und nur noch Abends gelegentlich Partys stattfinden. Grund für die drohende Stillegung ist wohl Schimmelbefall oder dergleichen, man konnte mir leider nur das finnische Wort für besagtes Problem nennen…
Abends hab ich dann noch zwei weitere deutsche Erasmus-Studentinnen kennengelernt, die an der Sibeliusakademie studieren und ähnlich wie ich auch noch kein Zimmer bekommen haben sondern sich vorerst im Hostel über Wasser hielten bis sie gestern wohl für zwei Wochen in eine Art “Notunterkunft” der Uni umziehen durften. Vielleicht findet sich ja zu dritt eine bezahlbare Wohnung, aber so richtig optimistisch bin ich noch nicht… Die Wohraumsituation in Helsinki ist also, wie ihr merkt, mehr als dürftig und mittlerweile bin ich sogar soweit, dass eine Einraumwohnung für 500€/Monat inklusive Wasser/Strom/Internet eine alternative darstellt, aber leider hab ich auf meine Antwort auf besagtes Angebot noch keine weitere Reaktion erhalten. In der größten schwedischsprachigen und somit einigermaßen lesbaren Zeitung hält sich das Wohnungsangebot in mehr als überschaubaren Grenzen und auch in der finnischen Alternative finden sich eher Kauf- als Mietangebote. Mal sehen was die Woche noch so bringt…[/lang_de]